
Vorb.:
Wie du in der Mutter-Braut
eine Wohnstatt dir gebaut,
als ihr Fiat sie gesagt,
hast mein Herz du reich gemacht.
Ich darf ruhn an deiner Brust,
Herr, so ganz nach Herzenslust;
deinem Liebesjünger gleich
sorgen für dein Friedensreich.
Wie du hoch im Himmel thronst
und verklärt beim Vater wohnst,
bist du ganz mit deinem Sein
tief in meines Herzens Schrein.
Hast das Zepter in der Hand,
herrschest über Stadt und Land;
Erd' und Himmel sind dein Zelt,
bist der König aller Welt.
Rechts:
Gläubig bete ich dich an,
biet' mich dir als Werkzeug an.
Nichts halt ich für mich zurück,
deine Ehre ist mein Glück.
Meine Liebe lilienrein
will ich dir allein nur weihn.
Alles, was sie trüben kann,
ist für mich nur eitler Wahn.
Dir gehört mein Hab und Gut,
dir mein letztes Tröpflein Blut,
dir mein Wille und mein Herz,
meine Freude und mein Schmerz.
Nimm mir, was ich hab und bin,
alles, alles geb ich hin.
Brauch es für der Seelen Heil,
wenn auch mir wird Leid zuteil.
Links:
Du, verklärte Opferfrucht,
wünschest von mir herbe Zucht,
daß ich werd der Speise gleich,
opferstark und liebereich.
Ohne Kelter wird kein Wein,
Weizen will zermahlen sein;
ohne Grab gibt's keinen Sieg,
Sterben nur gewinnt den Krieg.
Nimm mein Herz, nimm meine Hand
als des Sieges Unterpfand.
Ich halt still beim Lanzenstich,
still, wenn Nägel peinigen mich.
Setz mir auf die Dornenkron',
sättige mich mit Schmach und Hohn.
Nichts wird jemals mir zu schwer,
wo es geht um dich, o Herr.
Rechts:
Was das Schönstattreich gebeut,
dem ich ganz mich hab geweiht,
ist für mich wie Wunsch, Befehl,
dem ich alles unterstell'.
Du läßt mich ja nie allein,
helfend wirst du in mir sein,
mit mir gehn zu Leid und Streit,
ist der Weg auch hart und weit.
Du ziehst mit in alle Welt,
wo du, Herr, mich hingestellt:
ob ich zu den Heiden geh
oder bei den Gläubigen steh.
Du schenkst Licht mir, gibst mir Kraft
gegen böse Leidenschaft,
formst mich ganz nach deinem Bild,
wie es deine Braut enthüllt.
Links:
Für den Geist der Heiligkeit
machst du stets mein Herz bereit,
der mit Großmut mich erfüllt,
meine Sehnsucht gütig stillt.
Bleib ich so vereint mit dir,
wirkst in mir du für und für,
schaut auf mich voll Seligkeit
Vater aus der Ewigkeit.
Baut durch mich die Friedensstadt,
den verheißenen Gottesstaat:
Es wird eine Herd', ein Hirt,
der das All zum Vater führt.
Und ich bin am End' der Zeit
für die Hochzeit stets bereit,
warte voller Zuversicht
auf das große Weltgericht.
Alle:
Ehre sei dir, Gottessohn,
mit dem Vater auf dem Thron
und dem Geist der Heiligkeit
jetzt und alle Ewigkeit. Amen.