Nach des Tages Müh' und Last
suchen wir, o Vater, Rast
nun bei dir, der uns geführt
und als Werkzeug hat erkürt.

Dank

Lob und Dank sei dir geweiht,
der du heut uns warst zur Seit'
und durch uns hast das vollbracht,
was dir große Freud gemacht.

Durch uns fügtest Stein auf Stein
du dem Schönstattwerke ein,
das du gütig hast erwählt,
Heil zu bringen aller Welt.

Mutterhand hielt treu uns fest,
die uns nie alleine läßt,
weil uns als des Herren Braut
du dein Werk hast anvertraut.

Aller Segen der heut floß,
vom Altar uns übergoß,
trug uns majestätisch, hehr
wie ein großes Gnadenmeer.

Liebreich hast du uns gegrüßt
und das Leben uns versüßt,
weil der Heiland vor uns stand
oft in menschlichem Gewand.

Oft rief er durch Menschenleid
werbend uns an seine Seit';
oft hat er uns Kreuz gebracht
und uns so sich gleich gemacht.

Was erfreut den Vaterblick,
fließ zum Gnadenquell zurück,
der zu des Dreifaltigen Ruhm
rauscht aus unserem Heiligtum.

Schuldbekenntnis

Was dein Vaterherz betrübt,
weil wir dich nicht recht geliebt,
mach des Heilands kostbar Blut,
Vater, sühnend wieder gut.

Acht auf unserer Mutter Flehn,
laß sie uns zur Seite stehn;
ihr Verdienst nimm mildreich hin,
blick auf uns mit Vatersinn.

Oft war unser Herz verstockt,
wenn die Welt uns hat gelockt;
oft hat es nicht recht gewacht,
wenn du deinen Wunsch gesagt.

Viel geheimer Vorbehalt
hat es müd gemacht und kalt;
manche böse Leidenschaft
minderte die Liebeskraft.

Oft hat wiederum zerstört
unser Tun, das dich empört,
was gekündet fort und fort
unsere Predigt, unser Wort.

Oft mißbrauchten wir die Zeit,
oft auch die Gelegenheit.
Schwer drückt Unterlassungsschuld,
die uns raubte deine Huld.

So war dunkel, dir zur Qual,
unser großes Ideal;
unser Tageskampf war matt,
weil uns fehlte Geist und Tat.
(Gewissenserforschung)

Sterbeübung
Nackt liegt unserer Seele Kern
vor den Augen unseres Herrn,
der als Richter einst erscheint
und zum Weltgericht uns eint.

Was uns noch gefangen hält,
lösen jetzt wir freigewählt,
geben uns mit Kindessinn
gänzlich dir in Christus hin.

Teilen Christi Kreuzestod,
kosten seine Todesnot
wie an unserem Lebensend
einst beim Sterbesakrament.

Jeden Sinn berührt die Hand,
bittet: Lös das Sklavenband,
das ihn heute hat umstrickt
und der Seele Kraft geknickt.

Was wir fehlten, reut uns sehr,
tauchen in das Liebesmeer
unser schuldig Herz hinein,
um es ganz dir neu zu weihn.

Liebe hast du uns geschenkt,
und wir haben dich gekränkt,
haben deiner nicht gedacht,
der du Gaben uns gebracht.

Was für Seelen wir getan,
schlug deshalb nicht richtig an;
was gebaut die eine Hand,
hat die andere jäh verbrannt.

Unseretwegen schaust betrübt
du auf uns, der du geliebt,
und auf unser Heiligtum,
unserer Mutter Eigentum.

Künftig soll es anders sein:
Wir vermeiden jeden Schein,
folgen nur dem Ideal,
das uns leuchtet überall.

Bitte

Laß uns ruhn in deinem Schutz,
sei uns Wehr und starker Trutz
gegen Triebe und Gefühl
und des Satans böses Spiel.

Mach die Seele tief erfüllt
mit der Lieb', die dir entquillt,
daß sie nur dem Werke lebt,
das die Welt zu dir erhebt.

Laß uns morgen frisch, gesund
zu der festgelegten Stund'
aufstehn und voll Dienstbarkeit
weihn dir unsere Kraft und Zeit.

Mutter, schreib uns in dein Herz,
führ uns mit dir himmelwärts.
Wir erneuern treu den Bund,
den wir schlossen einst zur Stund'.

Segen

Gottes Segen werd zuteil
und bring allen Glück und Heil,
die sich Schönstatt ganz geweiht,
hier und in der Ewigkeit. Amen.