Gründungsurkunde des Virtuellen Heiligtums

MTA

 

Gründungsurkunde des Virtuellen Heiligtums
5. August 2006

 

Liebe Mitarbeiter.

Wir haben uns zu einer bedeutsamen Unternehmung zusammengefunden. Wir wollen unserer Gnadenmutter von Schönstatt ein Heiligtum im Internet errichten. In dieser Stunde ist Pater Kentenich, unser Vater und Gründer, der eigentlich Handelnde. Er sagt der Gottesmutter: „Komm, lass dich im Internet nieder! Lass dort einen Gnadenort entstehen, in dem du die jugendlichen Herzen an dich ziehst und ihnen in deinem Herzen eine Heimat gibst, in dem du allen, die ihn betreten, ein neues Herz schenkst und ein apostolisches Feuer in diesem Herzen."

Unser Vater und Gründer Pater Kentenich ist also der eigentlich Handelnde in dieser Stunde. Aber er tut das nicht ohne uns. Das war immer so in der Schönstattgeschichte: Ohne seine Gefolgschaft,
ohne das Mitgehen der Seinen hat er nichts unternommen – das ist auch jetzt so. Und wir gehen mit ihm.

Das Internet lebt. Eine Bibliothek lebt nicht. Eine Bibliothek ist eine tote Ansammlung von Informationskonserven. Das Internet lebt. Wann können wir von „Leben“ sprechen? Wir sprechen von Leben, wenn drei Voraussetzungen gegeben sind: Stoffwechsel, Formwechsel und Reizbarkeit.

Ad 1) Stoffwechsel: Das Lebendige eignet sich Stoff an und scheidet Stoff aus.
Ad 2) Formwechsel: Lebendiges bleibt nie in einer Form.
Ad 3) Reizbarkeit: Lebendiges kann reagieren.

Unser Gnadenkapital in Schönstatt, das heißt die große Gemeinschaft von Menschen, die um die Heiligtümer der Gottesmutter versammelt sind, ist dem Lebensgebilde Internet sehr ähnlich: Es taucht immer neues Material auf. Anderes wird ausgeschieden.

Stoffwechsel: Im Internet bedeutet das: Das Material ändert sich ständig. Neues taucht auf, Altes verschwindet. Stoffwechsel im Gnadenkapital eines Schönstattheiligtums: Neue Kräfte tauchen auf,
alte werden müde oder gehen ihrer Wege.

Formwechsel: Das Internet wechselt seine Form. Es entstehen immer neue Formen der Anordnung des dort vorhandenen Lebens. Neue Formen, wie dieses Leben zugänglich ist, und ähnlich ist es beim Gnadenkapital. Heute wird es getragen von Jugendlichen, morgen von jungfräulichen Menschen. Heute von strebsamen, edlen Charakteren, morgen von Schwachen und Schuldigen, die nichts weiter anzubieten haben als das Erleiden ihrer Schwäche. Ein Wechsel in der Form.

Reizbarkeit als Kennzeichnung des Lebendigen: Das Internet reagiert, und im Internet wird reagiert. Da ist nicht die Ehrfurcht gebietende Würde schweinslederner Buchrücken einer Klosterbibliothek, sondern da ist Action, Bewegung, Ärger, Aufregung, Freude. Da wird gechattet und selbst die verkalktesten Inhaber einer Homepage wissen: Wenn sich eine Woche lange bei uns
nichts ändert, dann sind wir unsere User los.

Und nun bieten wir der Gottesmutter uns selber an:

Zuerst unser Leben. Und wir wissen: Liebe darf weh tun.

Dann unsere Treue, das heißt wir wollen diese unsere Liebe aufrecht erhalten.

Unsere Freiheit: Wir beugen uns nicht dem Druck der Masse, sondern kämpfen darum, über uns selber zu verfügen und bereit zu sein, auf die leisen Wünsche Gottes einzugehen.

Wir schenken der Gottesmutter unsere Arbeit. Wir sind in unserer Arbeit kreativ und wir ringen darum, dass die Qualität unserer Arbeit ständig wächst.

Wir schenken der Gottesmutter unser Beten und wir leben in unserem Gebet mit anderen zusammen. Wir schauen unseren Gott an und entdecken, dass er sich anderen Menschen, denen wir jetzt hier und heute verbunden sind, liebevoll zuwendet.

Und jetzt bitten wir also und sagen der Gottesmutter:
Komm in unsere Mitte. Errichte im Internet ein Schönstattheiligtum! Einen Gnaden- und Wallfahrtsort, an dem die Menschen dich und den himmlischen Vater finden können. Einen Ort, wo die Seelen Heilung erfahren, wo die Menschen einander immer neu beschenken mit ihren Gaben in den virtuellen Krug; einen Gnadenort, wo du Menschen erziehst, die ihr Wissen und Können, ihr Lieben und ihre Kraft im Internet dem Apostolat widmen wollen. Lass eine neue Gemeinschaft
entstehen: Internetapostel, für die das Internet Lebensraum, Heimat und Wirkungsfeld ist.

Schenke diesen Menschen Heiterkeit, ein göttliches Lächeln, verbunden mit einem menschlichen Weinen, Leidensbereitschaft bis hin zur Hingabe ihres Lebens im Sinne des 20. Januar 1942 und des Lebensangebotes von Josef Engling. Schenke ihnen die Kraft, durch die von ihnen ausstrahlende göttliche Liebe die dämonischen Mächte und ihren Hass nach dem heiligen Willen des himmlischen Vaters zurück zu drängen.

Wir sagen dir jetzt in Verbindung mit Pater Kentenich:

Komm in unsere Mitte, liebe Muttergottes. Lass dich im Internet nieder. Begründe durch deine wirksame Gegenwart das virtuelle Heiligtum als ein Filialheiligtum des Urheiligtums in Schönstatt.

Gnadenmutter von Schönstatt.

Das alte Lebensgesetz Schönstatts "Nichts ohne dich, nichts ohne uns" gilt auch für deine Präsenz im virutellen Heiligtum. Da wir mit unseren selbstgewählten Beiträgen in dein Internet-Gnadenkapital armselige Menschen sind, die trickreich trotz allem guten Willen eben doch den ihnen genehmen Weg gehen, bitten wir dich:

Nimm du unsere Führung und Erziehung in die Hand. Mach mit uns was du willst. Sorge mit gütiger und starker – notfalls harter – Hand, dass sich der heilige Wille Gottes an uns erfüllt. Lass uns dem Vater im Himmel entgegen gehen, in und mit Christus auf Golgotha. Lass uns in ihm und mit ihm Siegesbewusstsein, Freude und Auferstehung erfahren.

Mutter der User, Königin des virtuellen Heiligtums, verherrliche dich!

Amen.