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Das passiert einfach?!

Datum18 September, 2008 - 22:50 – Gast
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aus der Zeitschrift: Familie als Berufung

Zwei oder drei Monate war ich in der neuen Firma. Es gab duzende neue Kollegen und Kolleginnen. Eine Mitarbeiterin, mit der ich relativ viel zusammenarbeiten mußte, war gleich im Nebenbüro. Eines Tages ging sie an mir vorbei, ich drehte mich um - und peng! Auf einmal habe ich gemerkt: Ich hatte mich in sie verliebt. So richtig, mit Herzflattern.

In mir war alles in Aufruhr, ich war richtig verstört.
Ich bin doch verheiratet, und glücklich verheiratet. Wir haben auch keine Krise zu Hause, es gibt auch keine Entfremdung. Ich war mir eigentlich sicher, daß mir „so etwas" nie passieren könnte. Und warum jetzt das? Ich wollte das nicht!! Oder, hatte ich es doch zugelassen? Plötzlich dachte ich an Besprechungen, die doch etwas länger gedauert haben oder an die gute Stimmung zwischen uns, die ich doch recht genossen hatte?!

Maßnahmen, die mir in Folge geholfen haben, waren:
Keine Besprechungen allein: Das war schwer, weil wir an einem gemeinsamen Projekt arbeiten und aufeinander angewiesen sind. Ich hatte die Idee, einen neuen Mitarbeiter, der gerade erst in der Firma begonnen hatte, dazuzuholen, damit er gleich Einblick in ein laufendes Projekt bekommt. Mein Chef war einverstanden.
Keine Schwätzchen zwischendurch: Beim Kaffeeholen, beim Warten auf den Kopierer - es gibt viele Gelegenheiten zum Kontakt. Jetzt habe ich das bewußt minimiert auf einen kurzen Gruß.
Äußerlich unberührt: Für mich ist das ohnehin selbstverständlich, daß ich bei dem allgemeinen „Küßchen, Küßchen" nicht mitgemacht habe; aber auch kein freundschaftliches auf die Schulter klopfen etc. Bei der Gelegenheit habe ich bemerkt, wie viel Wert in unserem Betrieb auf enge Kommunikation zwischen den Mitarbeitern gelegt wird, und wie das auf einen schon ungewollt abfärbt.
Und ich habe jeden Tag das Ehesakrament erneuert. Ich habe mich in Gedanken an dem Satz festgehalten: „Ich will dich lieben, achten und ehren, alle Tage, so lange ich lebe." Da ist ein will drinnen, das hieß für mich: Mein Entschluß zur Treue zählt. „Ich will dich lieben" hieß, ich erlaube mir keine unnötigen Gedanken über wen andern. Und „Ich will dich lieben" bedeutete, mich bewußt zu bemühen, meiner Frau doppelt Aufmerksamkeit, Zuwendung und gemeinsame Zeit zu schenken.

Ich wollte mir nichts vormachen
Ich habe nicht gedacht, daß diese Zeit so schwer wird. Immer wieder hat es mich zu dieser Mitarbeiterin hingezogen. Manchmal kam auch der Gedanke: „Aber das ist doch völlig harmlos." Aber ich wollte mir nichts vormachen. Mir persönlich hat es unheimlich gut getan, wie mir ein Seelsorger – der mich und meine Frau seit Jahren kennt – einmal gesagt hat: „Ja, verlieben, das kann einem trotz allem Bemühen schon passieren. Aber eine Gefahr für die Treue, die besteht bei Ihnen nicht." Dieses Vertrauen hat mir sehr viel Kraft gegeben, einfach weiter durchzuhalten. Ich bin persönlich überzeugt, daß die Gottesmutter mich in dieser Zeit besonders beschützt hat. Ich schätze, es ging ein halbes Jahr, bis ich plötzlich bemerkt habe: Ich blicke nicht mehr im Vorbeigehen auf ihre Zimmertüre. Meine Gedanken waren frei.

Im Nachhinein bin ich Gott unheimlich dankbar, daß er seine Hand über unsere Ehe gehalten hat. Und für die Erfahrung: Man ist seinen Gefühlen nicht willenlos ausgeliefert; man kann so eine Zeit durchstehen und durchkämpfen, im Vertrauen darauf, daß er das von uns möchte. Und daß er uns eine neue Liebe zueinander schenkt.

Kommentare

Wunderrbar dieser Rat

Wunderrbar dieser Rat

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Pater Kentenich sagte: Wenn ich für die Gottesmutter sorge > Gnadenkapital < so sorgt sie auch für mich, und ich gehe dann " leicht gefiedert" durch diese Welt.

Als mir jemand anders sehr

Als mir jemand anders sehr gut gefiel und ich ständig an ihn denken musste, sprach ich mit einem Priester darüber und seine Worte haben mir sehr geholfen. Er sagte:"Immer wenn dir diese Gedanken kommen, dann sag dir: Ich bin verschenkt." Das hab ich gemacht, und nach ein paar Tagen musste ich immer weniger an ihn denken - bis es ganz aufgehört hat. Das fand ich schon faszinierend!

Ja das kann immer passieren

Ja das kann immer passieren und ich möchte darauf vorbereitet sein.
Das Vorgehen was hier beschrieben wird ist wirklich sinnvoll. So ähnlich habe ich das damals auch gehandhabt.
Beim Partner sieht es dann noch mal anders aus, denke ich. Als mein Mann in einer solchen Situation war habe ich vor allem eines gemacht - keine Vorwürfe und keine Ketten. Es ist mir sehr schwer gefallen aber es hat sich gelohnt, unsere Liebe ist inniger geworden und krisenfester.
Manchmal tut es dann auch gut einfach von außen mal zu schauen und zu sehen was Gott uns alles schon geschenkt hat und ob ich das missen möchte.
Danke für die Anregung noch mal nachzudenken.

Philothea

Der Herr, dein Gott, hatte dich reich gesegnet bei der Arbeit deiner Hände
Dtn 2,7

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Der Herr, dein Gott, hatte dich reich gesegnet bei der Arbeit deiner Hände.
Dtn 2,7