
Hallo ihr Lieben,
Ich habe mich gefragt ob es im VH Frauen gibt, die ganz bewusst entschieden haben zu Hause zu bleiben und nicht auswärts arbeiten zu gehen. Habt ihr allein als Eheteam entschieden? Was haben andere dazu gesagt? Wie seid ihr mit negativer Resonanz umgegangen? Hat eine von euch vielleicht einen kleinen Job zu Hause um dem Familienbudget etwas auf die Sprünge zu helfen (Kugelschreiber zusammen bauen
)?
Wir sind nämlich sehr am überlegen wie wir das in Zukunft mache wollen.
Auf eure Erfahrungen bin ich neugierig.
Jenny
"Lass andre ihre Wege gehen, bleib treu dem Ideal, es macht aus dir ein Original."
P. Kentenich
Zum letzten Beitrag
Hallo,
dieses Thema beschäftigt mich so sehr, dass ich mich extra deswegen registriert habe!
Seit ein paar Monaten arbeite ich wieder Teilzeit und komme mit der neuen Situation (noch?) nicht ganz klar. Ich bin aber auch ein Mensch, der gerne auf 1000% ist (=keine Null zuviel). Vor der Karenz habe ich - gar nicht ungern - Überstunden gemacht (auch unbezahlt), weil ich die anfallende Arbeit so abschließen wollte, dass ich mit meiner Leistung zufrieden war. Und daheim bei den Kindern habe ich mich auch am wohlsten gefühlt, wenn es rund ging bzw viel Zeit, Energie in Theorie zu Ernährung, Erziehung, Förderung, Bastelvorschläge, Suche nach geeigneter Einrichtung/Umgestaltung der Wohnung (Bücher, Vorträge, Internet...) gesteckt. Mir ist meine Arbeit keinen Tag abgegangen!
Jetzt habe ich das Gefühl meinen eigenen Ansprüchen (bzw auch den Ansprüchen der anderen - also im Büro der Kollegen bzw Kunden, zu Hause der Kinder) dort und da nicht gercht zu werden. Eine Arbeit bleibt halbfertig im Büro, weil es Mittag ist und ich heim "muss" - lässt mich dadurch geistig nicht los und ich bin unzufrieden, zu Hause fehlt mir aber nachmittags die Energie, die ich bräuchte, um allen (habe vier Kinder zwischen drei und sieben Jahren) halbwegs gerecht zu werden.
Ich bete schon länger um eine gute Entscheidung, habe aber keine Antwort bekommen - oder sie nur nicht verstanden 
Was mich im Erwerbsleben hält: mein Job ist gut bezahlt und krisensicher, die Branche meines Mannes ist da gefährdeter und es gibt uns eine große finanzielle Sicherheit, dass wir zur Gänze vom Arbeitgeber meines Mannes abhängig sind. Vieles was vorher unsicher schien, hat bei mir dann gut geklappt, auch dass meine Forma mich nach längerer Karenz wieder genommen hat, doch ein Zeichen?
Ich hab mich schon gefragt, ob mein Scheitern eine Demutsübung ist, die mir der liebe Gott geschickt hat, damit ich lerne, dass man nicht immer auf tausend sein kann. Wenn ich aber sehe, dass die zweitjüngste immer wieder weint, weil ich zuwenig Zeit für sie habe, schnürt es mir auch das Herz zu...
... ist schon ziemlich lang, zu "Karierre als Hausfrau" schreib ich extra
Meinen Vertrag haben wir im März auslaufen lassen..
Ich fand es immer schwer zu sagen, wie das sein wird mit Kind und zuhause sein, weil ich mir nicht vorstellen konnte, wie es sein wird.
Mein Vertrag wurde während meiner Schwangerschaft nochmals um drei Jahre verlängert und es war auch eine gute Anstellung beim Kreis. Üblich kommen die "Mütter" nach einem Jahr wieder, so dass das schon ein Knaller war, mit einem 2 1/2Jährigen Kind nicht wiederzukommen. Aber für uns war es richtig so..
Mein Mann und ich haben diese Entscheidung gemeinsam getroffen; für mich war es gut einmal alle Vorteile und Nachteile aufzuschreiben, von Finanzen, Anerkennung, Meinungen, Seelischem Befinden usw. und sie dann eine Woche im Hausheiligtum ruhen zu lassen und es dann mit meinem Mann zu besprechen. (ein bißchen P. K. Methode)
Die Frage nach Fortbildung beschäftigt mich auch - allerdings wird vieles nur berufsbegleitend angeboten und für mich ist auch fraglich, wieviel Zeit und Selbstorganisation ich so aufbringe... 
Als Karriere würde ich meine Familienarbeit (nicht Hausarbeit, ich bin ja nicht wegen dem Haus geblieben
)
auch nicht bezeichnen, allerdings habe ich auch als Sozialarbeiterin im Jugendamt den Begriff nicht gekannt...
Vielmehr ist für mich wichtig, das die Arbeit für mich Spaß macht, das ich das Gefühl habe : in mir stimmig zu sein.. und das ist, was wirklich wichtig ist und zählt. Der Kontakt mit anderen Menschen war und ist für mich wichtig und das ich anderen helfen oder etwas weitergeben kann, ehrenamtlich kann ich da natürlich einiges machen, wenn auch in anderer Form.
Soweit sogut!!
Liebe Grüße Monika
Wenn du das so sagen kannst, dann gratuliere ich dir. Ich kann das Wort "Karriere" für meine Zeit zu Hause nicht verwenden. Das bringe ich nicht über die Lippen. Ich habe keine Schwierigkeiten mit meiner Entscheidung, so lange zu Hause gewesen zu sein und hätte auch kein Problem es wieder zu sein. Auch fehlt es mir nicht an der Anerkennung von meiner Familie oder an Selbstbewusstsein.
Ich sehe es aber nicht als Karriere, sondern als bewussten, frei gewählten Verzicht auf eine Karriere zugunsten meiner Kinder und meiner Familie. Und das war eine gute Entscheidung!
Die neue FAB passt übrigens super zu dieser Diskussion. Das Thema "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" behandelt genau dieses Thema. Vielleicht bringt es ja neue Gesichtspunkte für euch und ihr versteht besser, was ich meine. Freut mich, wenn wir den "Nerv" getroffen haben und euch das Thema bewegt.
Susi
Liebe Susi!
Danke für Deine Antwort. Ich kann Dich voll verstehen. Und danke auf für den Tipp mit der FAB.
@ alle:
Wie seht Ihr das? Mir ist gerade eben so der Gedanke gekommen, woran jeder einzelne "seine" Karriere festmacht. Ist es am Verdienst in Form von Geld, ist es der Verdienst in Form für die Ewigkeit, ist es die Herausforderung, sich eine entsprechende oder bestimmte Qualifikation anzueigenen, sich auf Neues einzulassen (zu Hause, wie Jenny z.B. Verfugen lernen möchte?, oder außerhalb wie Susi, die eine Journalistenausbildung absolviert hat?), ist es die Arbeit in Selbstregie oder die Arbeit in einer Anstellung, oder, oder....?
Wäre es für die eine oder andere vielleicht auch denkbar Karriere zu Hause zu machen, wenn Ihre Tätigkeit offiziell als Beruf angesehen würde?
Wie sehr ist der Karrierebegriff fremdbestimmt?
Ich für mich denke, dass das sog. Mutter- und Hausfrauendasein durchaus einen vollwertigen Beruf darstellt und durch die Gesellschaft Anerkennung finden sollte, da die Frauen hier wirklich einen großen Dienst an der Gesellschaft leisten. Wenn man als Frau in diesem Beruf seinen Platz sieht, dann ist es aus heutiger Sicht natürlich total schwer, sich in diesem Bereich eine Karriere vorzustellen, da Karriere ja auch mit einer gewissen finanziellen Unabhängigkeit in Verbindung gebracht wird und eine Anerkennung von außen kaum vorhanden ist.
Aber da finde ich eben Jennys Ansatz genial. Durch das Zuhausebleiben und Versuchen, sich Dinge anzueignene, die Geld sparen, schaffe ich in gewisser Weise auch eine gewisse Unabhängigkeit.
Ein spannendes und sicherlich nicht mit einer Lösung behaftetes Thema!!!
Aber wie Susi zum Schluss so schön sagt, voll den Nerv getroffen!!!
Ursula, die sich auf Gedankenaustausch freut.
In Dir - mit Freude Liebe leben! (Klassenideal 1994)
Und wenn ich dann rückblickend aber auch aktuell auf mein Tun blickend sagen kann: "Das hast Du gut gemacht. Das ist Dir gelungen", ja dann bin ich erfolgreich und habe eben daheim eine Karriere gemacht.
Was aber dringend dazugehört ist schon auch die Anerkennung von außen. Und die fängt bereits beim eigenen Ehepartner und den Kindern an. So hoffe ich auch Karriere zu Hause zu machen, denn an einer Karriere muss man hart arbeiten und da gibt es bei mir zu Hause noch eine Menge zu tun
!
Liebe Grüße,
Ursula
Wenn du das so sagen kannst, dann gratuliere ich dir. Ich kann das Wort "Karriere" für meine Zeit zu Hause nicht verwenden. Das bringe ich nicht über die Lippen. Ich habe keine Schwierigkeiten mit meiner Entscheidung, so lange zu Hause gewesen zu sein und hätte auch kein Problem es wieder zu sein. Auch fehlt es mir nicht an der Anerkennung von meiner Familie oder an Selbstbewusstsein.
Ich sehe es aber nicht als Karriere, sondern als bewussten, frei gewählten Verzicht auf eine Karriere zugunsten meiner Kinder und meiner Familie. Und das war eine gute Entscheidung!
Die neue FAB passt übrigens super zu dieser Diskussion. Das Thema "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" behandelt genau dieses Thema. Vielleicht bringt es ja neue Gesichtspunkte für euch und ihr versteht besser, was ich meine. Freut mich, wenn wir den "Nerv" getroffen haben und euch das Thema bewegt.
Susi
hören & wagen
ich rechne mit dir
@ursula rita und jenny: es ist schön, dass es noch Frauen gibt, die diese Werte vertreten. Heute ist das viel schwieriger als zu de Zeit als wir unsere Kinder bekamen. Damals - vor fast 30 Jahren - blieben die meisten Mütter zumindest bis zum Schuleintritt wenn nicht sogar bis die Kinder in Hauptschule oder ins Gymnasium kamen zu Hause. Wahrscheinlich war es damals finanziell leichter zu bewerkstelligen als heute. Bei jenen Familien, wo die Mütter auch heute nicht arbeiten gehen, funktioniert es, aber vor allem dort, wo sich die Eltern das wohl überlegt und gemeinsam beschlossen haben und voll dahinter stehen.
Hertha
Jedes kleine Ereignis unseres Lebens ist ein Gruß des Vaters. (Josef Kentenich)
@ursula rita: du hast meine Gedanken zum Thema super in Worte gefasst. So war das nämlich auch gemeint - dass ich mr zu Hause große Mühe gebe und mich vielleicht auch an neue "Fachgebiete" (z.B. verfugen) traue.
Wir sind noch sehr am Überlegen, eine Reaktion habe ich schon gehört "Du willst aufhören? Aber du verdienst ja so gut ..."
Danke für eure Erfahrungen - ich bin froh, dass ich nicht alleine da stehe
.
Jenny
"Lass andre ihre Wege gehen, bleib treu dem Ideal, es macht aus dir ein Original."
P. Kentenich
Nur deine Überschrift "Karriere als Hausfrau" - die spielt es glaub ich nicht. Susi
Liebe Susi!
Gesellschaftspolitisch hast Du sicherlich recht. Ich persönlich will mich auf jeden Fall bemühen mich als erfolgreich zu sehen, wenn es gelingt, die Kinder als verantwortungsbewusste ordentliche Menschen zu erziehen, ich den Haushalt recht gut erledige, meinem Mann das Nachhausekommen von der Arbeit schön mache,..... und eben die vielfältigen Aufgaben, die es daheim zu erledigen gilt. Und wenn ich dann rückblickend aber auch aktuell auf mein Tun blickend sagen kann: "Das hast Du gut gemacht. Das ist Dir gelungen", ja dann bin ich erfolgreich und habe eben daheim eine Karriere gemacht.
Was aber dringend dazugehört ist schon auch die Anerkennung von außen. Und die fängt bereits beim eigenen Ehepartner und den Kindern an. So hoffe ich auch Karriere zu Hause zu machen, denn an einer Karriere muss man hart arbeiten und da gibt es bei mir zu Hause noch eine Menge zu tun
!
Liebe Grüße,
Ursula
In Dir - mit Freude Liebe leben! (Klassenideal 1994)
Liebe Jenny,
da wir uns mehrere Kinder gewünscht haben und die glücklicherweise auch bekommen haben, war klar, dass ich einmal für längere Zeit zu Hause bleibe. Ich war nun also 13 Jahre daheim - das haben wir natürlich zusammen entschieden. In dieser Zeit war es mir immer wichtig, dass ich Aufgaben hatte, wo ich auch geistig gefordert bin - so war ich nie unzufrieden un habe immer die Vorteile des Daheim-Seins genossen. Da kam plötzlich die FAB daher, die wir nun seit 5 Jahren machen und ich habe 3 Jahre lang eine Journalismus-Ausbildung gemacht.
Der Job, den ich dann bekommen habe, ist mir sozusagen zugeflogen und es passt momentan ganz gut so. Obwohl ich "nur" 20 Stunden arbeite, könnte ich es mir mit kleineren Kindern nicht vorstellen. Meine Kids können doch schon für zwei oder drei Stunden alleine bleiben und die zwei Großen können die zwei Kleinen schon von Hort und Kiga abholen. Ich wüsste nicht, wie das sonst klappen würde.
Nur deine Überschrift "Karriere als Hausfrau" - die spielt es glaub ich nicht. Als Hausfrau machst du die sowieso nicht und neben den Kindern und den ganzen Aufgaben geht sich keine echte Karriere mehr aus - außer die Frau hat den super Job und der Mann bleibt daheim - das gibt es ja auch. Aber das ist wie alles im Leben eine Frage der Priorität.
Wünsche euch eine gute Entscheidung,
Susi
hören & wagen
ich rechne mit dir
Liebe Jenny!
Das ist ein absolut wertvolles Thema! Mein Wunsch war es eigentlich schon immer, zu Hause bei den Kindern zu bleiben. Weil es aber unserem Budget guttut und es auch notwendig ist, dass ich etwas dazu verdiene, deswegen möchte ich gerne als Tagesmutter anfangen. Geplant war es ja für dieses Frühjahr, aber durch die erneute Schwangerschaft (Freu!!!) ist es halt erstmal verschoben denke ich. Dafür habe ich jetzt auf Werkvertragsbasis an sechs Tagen an einem Eltern-Kind-Zentrum Bastelnachmittage angeboten. Ist zwar nicht die Welt dabei rausgekommen (finanziell gesehen) aber die Kontakte sind mir total wichtig gewesen.
Ich glaube, es ist enorm wichtig, irgendwie zu versuchen, immer wieder am Ball zu bleiben, wie es eben beruflich auch geht, so dass man im Ernstfall einfach etwas nachweisen kann oder nötige Kontakte hat, um irgendwie wieder einzusteigen.
Beim Sommerfest der Tagesmütter, das wir in einer Kinderbetreuungseinrichtung abhielten, habe ich auch gleich die Chance genutzt und mich bei der Leiterin in Erinnerung gerufen, falls sie in der Einrichtung wieder mal eine Vertretung brauchen. Sie hat sich gefreut und mich eingeladen, mal vorbeizuschauen, damit sie sich meine Daten notieren kann und wir einmal in Ruhe darüber sprechen können.
Das sind meines Erachtens heute ziemlich unablässige Dinge. Doch meine oberste Priorität liegt schon im daheim bei den Kindern bleiben und das so lange wie möglich. Und nein, "mir fällt" bestimmt nicht "die Decke auf den Kopf", einen Satz, den ich oft im Kindergarten zu hören bekam.
Mit der Tagesmuttertätigkeit kann ich gleich drei Fliegen mit einer Klappe fangen: 1. daheimbleiben, 2. sogar noch voll in meiner Berufssparte bleiben und 3. das Familieneinkommen etwas aufbessern.
Meine bisherige Arbeitsstelle werde ich wohl verlieren, wie ich letzte Woche erfahren musste, da der Pfarrkindergarten, in dem ich gearbeitet habe an das Land übergehen wird. In diesem Zuge werden erstmal alle Mitarbeiter gekündigt. Dann sind die Mitarbeiter in Karenz als erstes weg vom Fenster. Also dieses Sicherheitsnetz wird es nicht mehr geben. Deswegen bin ich nun daran, mir ortsnah, am besten in der Stadt selbst ein neues aufzubauen.
Die Entscheidung daheim zu bleiben und zwar möglichst lange, die haben wir gemeinsam getroffen, wobei ich aus einer Familie stamme, in der die Mutter immer zu Hause war, erst im Teenageralter ging sie an zwei Vormittagen arbeiten, was wir aber kaum mitbekamen. Mein Mann kommt aus einer voll berufstätigen Familie, in der ein Großteil der Betreuung außerhalb und durch Oma/ Opa/ Großtante abgedeckt war.
Ich fand es immer klasse, dass meine Mama daheim war, das war so ein Anker, und wenn mich etwas drückte, konnte ich es sofor loswerden. Mein Mann dagegen meinte, gerade in der Teenagerzeit, wo man denkt, die Kinder sind aus dem Gröbsten heraus, da kann ich wieder voll arbeiten, da war seine Mutter lange in der Arbeit, hat viele, viele Überstunden geleistet (auch unbezahlte), da hat er sie fast am meisten vermisst.
Unsere Entscheidung war ein Stück Weg, der von uns beiden neue Einsichten verlangte:
z.B. dass wir bereit sein müssen, uns auch einzuschränken, wenn wir das Zuhausebleiben von mir als das höhere Gut ansehen, was nicht ganz so einfach ist, da gewisse gesellschaftliche Verpflichtungen, die nun mal auch mit Geld verbunden sind schlecht zu ignorieren sind.
Wir hoffen und vertrauen darauf, dass uns Gott Wege aufzeigt, dass wir eine zufriedene Familie sein können. Deswegen ist auch jede Entscheidung im Gebet getragen.
Ich freue mich schon auf weitere Antworten und bin gespannt!
Alles Gute Euch,
Ursula
In Dir - mit Freude Liebe leben! (Klassenideal 1994)
Fortsetzung:
Karierre als Hausfrau, kann ich ein bisschen verstehen. In einer FAB war da ein toller Artikel, dass Marmeladekochen so ein sichtbares Ergebnis gibt, über das man sich freuen kann. Da habe ich mich wieder gefunden. Was mir nämlich, bei allen Schwierigkeiten, die ich vorher beschrieben habe, im Job taugt: die relativ schnellen Erfolgserlebnisse - ein geschriebener Brief ist geschrieben. Die Brösel unterm Tisch sind bei uns schon wieder da, während ich nur den Staubsauger wegräume...
Und ich schätze Herausforderungen. Also ob ich verfugen könnte, weiß ich nicht, aber ich mach beim Kochen (für meine Verhältnisse: ungeahnte) Fortschritte, würde gerne nähen lernen, um Kleidung ändern oder anständig reparieren zu können...
Für die Familienarbeit allein würde ich auch nicht zu Hause bleiben, auch wenn die Kinder das Wichtigste für uns sind. Da ist uns sehr wichtig, dass der Papa seinen Beitrag leistet, die Buben (aber auch die Mädchen) schätzen diese gemeinsame Zeit besonders. Und auch als ich zu Hause war und die Arzttermine mit den Kindern wahrgenommen habe, war es mir wichtig, dass wir zB die Frage, ob wir eine OP (zu der die Meinungen der verschiedenen Ärzte sehr unterschiedlich waren) durchführen lassen oder nicht, gemeinsam beraten und entschieden haben.
Wenn es keine Hausarbeit gäbe, würde ja der Nachmittag für die Kinder reichen, wenn ich bis Mittag arbeite. Aber eben Zeit für die Kinder und alles, was sonst anfällt nebenher erledigen, schaut bei uns im Moment schlecht aus. Wenn ich wieder länger zu Hause bleiben würde, hätte ich mit meinem Mann das bereits so abgesprochen, dass dann mein Job die Hausarbeit ist, seiner das Geldverdienen. Und wir gemeinsam Eltern sind! Natürlich hätte ich unter der Woche mehr Zeit mit/für die Kinder, aber es wäre uns vor allem wichtig, dass die Wochenenden dann für Familienzeit frei wären (auch um aus der Stadt raus in die Berge zu fahren) und keine Hausarbeit liegen geblieben ist. Und ich denke da kann ich schon versuchen, möglichst gut zu sein, mich zu verbessern. Also beim Kochen oder Dekorieren - ich kann mir da das Wort Karierre schon vorstellen. Meine Mutter war zB eine begnadete Kuchenbäckerin, die ständig Rezepte gesammelt, abgeändert, ausprobiert hat, da hatte sie als Hausfrau auch eine ständige Weiterentwicklung (und wir Kinder jeden Tag zur Jause frischen, selbstgemachten Kuchen!).
Weil Karierre ist für mich mit Fortschritten verbunden. Wenn ich im Büro in 20 Jahren noch genau dasselbe mache wie jetzt (und darin nicht einmal besser würde oder zB Arbeitsabläufe optimiere), würde ich es auch nicht als Karierre sehen. Und wenn ich schau, was es alles zu lernen und auszuprobieren gäbe bei der Hausarbeit - solche Fortschritte und Entwicklungsmöglichkeiten hab ich zB in der Firma gar nicht...
So, ich weiß nicht, ob da genug Erfahrungen drinnen sind - wir sind im Moment selbst Suchende. Es tut aber gut zu lesen, dass sich auch andere Familien Gedanken machen und der Gedanke länger daheim zu bleiben nicht völlig absurd ist (weil ich schon viel gesellschaftlichen Druck zum Wiederanfangen in der Arbeit gespürt habe).