
Ich bin seit einigen Wochen im Krisenstab eines Projekts, bei dem im Laufe der Zeit einiges schief gegangen ist. So schief, dass es ein handfestes Krisenprojekt ist. So etwas kann passieren und passiert. Wenn immer man denkt, jetzt kann's nicht schlimmer kommen, ist es wie in einem Computerspiel: nächster Level, und es kommt schlimmer.
Mir ist in diesen Wochen eines richtig klar geworden: wie belastend Mißtrauen ist. Das ist spürbar - geistig und körperlich. Das ganze Team ist seit Wochen und zum Teil seit Monaten an seiner Belastungsgrenze. Und dann kommt eine Atmosphäre des Mißtrauens dazu. Ständig neue Abfragen, ständig neue Listen, ständig neue Prioriäten, ständig neue offizielle Schreiben (anstatt einer kleinen Klärung per Telefon), ständige neues Umplanen... Es ist wie Radfahren gegen starken Gegenwind. Dieselbe Arbeit braucht ein Vielfaches an Kraft. Dieselben Erfolge werden unsichtbar. Dieselben Fehler werden überdimensional. Dieselben Anfragen werden als Angriff gefühlt. Dasselbe Lob wird als Durchhalteparole empfunden.
Ich merke auch, wie schwer es ist, in dieser Situation im eigenen Umfeld einen Unterschied zu machen. Genau da spüre ich die Kraft des Virtuellen Heiligtums: das ist ein Ort des Vertrauens. Jesus und Maria sind für mich da. Und unglaublich viele Krugbeiträge zeigen, dass die Community füreinander da ist. Und dass die Community auf Jesus und Maria vertrauen - dass die beiden nämlich in den vielen Kruganliegen helfen. Und so kommt's, dass das VH für mich im Moment so etwas wie eine Vertrauens-Tankstelle ist. Kurz hinein, und dann geht's auch im Beruf wieder weiter. Krise hin oder her.
Mein Blog: www.virtuelles-heiligtum.com/community/blogs/gerald.karner
Kommentare
Pater Kentenich sagte bei Unanehmlichkeiten oder sonstige Sachen, die einem weh tun, da sagte er: "her damit"
Ich selber habe das mir schon so angewöhnt, es so zu tun....einfach sagen:....."her damit". Zum Beispiel, wenn einem etwas runterfällt, ob was dann zerbrochen ist, oder nicht, oder sonst was unangenehmes, Schmerzen...und anderes....egal, einfach sagen...."herdamit" Und das ins Gnadenkapital geben ...Ich mache dies sehr oft, für meine Kinder und Enkelkinder....denn diese haben es manchmal schon nötig...Und irgendwann, wird es einen Segen haben. Soviel Vertrauen sollte man haben. Auch wenn es manchmal schwer fällt.
Pater Kentenich sagte: Wenn ich für die Gottesmutter sorge > Gnadenkapital < so sorgt sie auch für mich, und ich gehe dann " leicht gefiedert" durch diese Welt.
Eine gute Frage! Vielleicht ist es wie beim Radfahren: nur bergab geht's automatisch... Jedenfalls läßt sich Vertrauen viel leichter enttäuchen als Mißtrauen. Im privaten Umfeld habe ich gemerkt, dass es auch immer wieder notwendig ist, den Blick bewußt auf das Positive zu richten. Meine Frau und ich erinnern uns immer wieder bewußt daran. Wir merken auch, dass das auf Dauer dann besonders gut funktioniert, wenn wir BEIDE daran arbeiten. Es liegt im Berufsleben also wohl auch viel an den Teammitgliedern. Dort beobachte ich in einem "selbst gewählten" Team, dass das auch dort funktioniert. Über Vertragsgrenzen hinaus (Kunde-Lieferant etc.) wird das dann nochmals spannender...
Bingo! Vertrauen statt Mißtrauen. Wohlwollen statt Kontrolle. Nur so können Beziehungen wachsen und gute Ergebnisse "produziert" werden. Frage mich manchmal, warum das wohl im beruflichen Alltag so schwer ist. Überfordere ich mit dieser Grundhaltung die Mitarbeiter und Kollegen?