
Unsere Oma paßt auf die Kiinder auf und ich mache einen physiotherapeutischen Hausbesuch. Es wartet ein Patient (ich nenne ihn im Folgenden einfach Hr. M.) auf mich, der seit langer, langer Zeit im Rollstuhl sitzt. Er bekam lange Zeit keine Therapie, weil es die Angehörigen einfach nicht besser wußten. Aus heutiger Sicht ist das katastrophal, weil Hr. M. dadurch viel an Selbständigkeit verloren hat und dadurch auf Pflege und volle Betreuung angewiesen ist. Er hat Schmerzen durch die Versteifung der Gelenke und kann kaum sprechen, weil ihm alle Zähne mit 15 Jahren gerissen wurden!!!
Seit einiger Zeit versuche ich mit ihm zu stehen - 2, 4 und heute 6 min.! Länger hält er es nicht aus. Trotzdem hat das Stehen therapeutisch viele positive Wirkungen. Das merkt Hr. M. natürlich und diese Freude und die positiven Auswirkungen, die er nachher verspürt sind gewaltig.
Nach einer kleinen Ewigkeit die Welt wieder aus einer anderen Perspektive zu sehen, ist für ihn einfach überwältigend! Er reißt die Arme in die Luft und jubelt, als er wieder im Rollstuhl sitzt. Mir schüttelt er die Hand und versucht ein "Danke" zu formulieren.
Da macht es einfach Freude Therapeutin zu sein und eine tiefe Dankbarkeit erfüllt heute mein Herz! Danke Gott!
Kommentare
Solche Erfolgserlebnisse
Solche Erfolgserlebnisse geben dem Patienten und einem selbst sehr viel Bestätigung. Ähnliche Erfahrungen habe ich auch im Spital mit meinen Patienten gemacht und diese Freude mitzuerleben ist wunderschön. Andererseits macht es mich selbst auch demütiger und dankbarer, dass ich gesund und beweglich sein kann. Da wird vieles andere einfach sekundär.
Jenny
"Je mehr wir im Herzen der Gottesmutter beheimatet sind, desto schneller und sicherer beheimatet sie uns mit sich in Gott." P. Kentenich