
Nach fast 6 Jahren Babypause habe ich meinen Wiedereinstieg ins Berufsleben gewagt. Mein Mann und ich haben entschieden, dass es besser für uns ist, wenn ich langsam (d.h. 2-6 Stunden/Woche) und freiberuflich wieder zu arbeiten beginne. Das bedeutet für uns, dass die Kinder zwar früher (unsere Jüngste ist 2 Jahre) mit Fremdbetreuung konfrontiert sind, aber ich habe eine liebe Tagesmutter gefunden und ich kann mir die Therapien so einteilen, dass ich zwei Vormittage arbeite oder kann auch mal arbeiten, wenn mein Mann zu Hause ist. Das hat den Vorteil, dass ich auch verschieben kann, wenn die Kiinder mal krank sind.
Nun arbeite ich seit einigen Monaten (die ersten beiden Monate habe ich für Bürokratie und Fachliteratur verbracht) und es ist einfach schön, wieder einige Stunden in meinem Beruf als Physiotherapeutin zu sein.
Was schön daran ist?
Ich bin wieder in Kontakt mit "alten" und "neuen" Kollegen.
Ich lerne beruflich dazu und kann mir fachspezifischen Rat holen.
Ich lese wieder Berufsliteratur.
Ich habe "Erholung" von den Kindern. 
Ich freue mich wieder neu auf meine Kinder.
Unsere Kinder freuen sich, wenn ich nach Hause komme bzw. sie abhole und begrüßen mich stürmisch.
Ich nehme nach der Arbeit bewußter Zeit für die Kinder.
Ich habe das Gefühl, auch geistig mehr gefordert zu sein.
Ich kann mit meinem Mann darüber reden und er interessiert sich dafür.
Ich habe wunderbare Erlebnisse (siehe Blog: "Freude - auch ohne Worte")
von Jenny (Forumbeitrag)
Ich arbeite ja schon jetzt in meiner Karenz ein bißchen, einfach weil es mir Spaß macht mal etwas anderes als Hausarbeit zu machen und ich es genieße wieder etwas "eigenes" Geld zu verdienen. Jetzt im Juli hatte ich meine drei Dienste - und es hat super geklappt. Einmal hat mein Mann den Tag mit Georg verbracht, an den anderen beiden Tagen waren die Omas dran.
Es scheint nicht so als ob Georg mich sonderlich traurig wäre, wenn ich nicht da bin (soll ich jetzt glücklich oder deprimiert sein?), und so ein Papa-Sohn- oder Oma-Enkerl-Tag ist eben auch etwas besonderes.
Ich freu mich auch, dass ich so schnell wieder in den Arbeitsalltag zurück gefunden habe und ich auch ohne ständig nach zu grübeln was Georg wohl gerade macht, mich auf die Arbeit konzentrieren kann.
Mir ist auch vorgestern ein Stein vom Herzen gefallen: ich habe mich durch gerungen, wie wir das mit der Kinderbetreuung von Georg meistern werden, wenn meine Karenz vorbei ist. Mein Mann hat es eigentlich mir über gelassen eine Entscheidung zu treffen, und wir haben nun beschlossen aus unserer Verwandtschaft eine Tagesmutter zu nehmen. Meine Sorgen waren nämlich, dass Georg im Februar erst 16 Monate alt ist und meiner Meinung nach zu klein für eine Krippe (vor allem ist er sehr ruhig und genügsam und ich hatte Bedenken ob er dann bei den anderen Kindern nicht "untergeht").
Werde also von meiner Tagesmutter-Erfahrung berichten.
von schnuppergast (Forumbeitrag)
Es ist nun ziemlich früh am Morgen, der Tag ist nun 36 Minuten alt. Ich bin im Spital bei meiner Arbeit und habe soeben eine Problempatientin versorgt. Sonst hätte ich es nämlich schon mit Ausruhen versucht, aber ich mußte auf einen Blutbefund warten, dadurch komme ich also zum Schreiben hier.
Familie, Kinder und Beruf sind eine echte Herausforderung.
Wir haben uns im Ehe Team so entschieden ,daß wir nur wechselweise arbeiten. Also entweder ist mein Mann zu Hause(in Karenz) oder ich.
Nun bin ich also gerade an der Reihe meinen Beruf auszuüben. Es ist sehr spannend und interessant, das,was man jahrelang gelernt hat auch anwenden zu können.
Allerdings fällt mir auf, daß ich dadurch (gerade wenn ich eben viele Überstunden machen muß) vieles von den Kindern nicht mehr so richtig mitbekomme. Ein Schularbeitserfolg zum Beispiel war schon wieder in den Händen des Lehrers, als ich nach einem anstrengenden Dienst nach Hause kam. Wenn ich aber einmal nicht mehr im Spital arbeite (und die Zeit kommt schneller als man glaubt) hoffe ich, einen Teilzeitjob zu bekommen und dadurch sowohl in der Familie als auch in der Arbeit voll da sein zu können.
von Christine und Felix Mayer (Forumbeitrag)
Felix hat sich vor drei Jahren beruflich verändert - in der anderen Firma war er bereits über 20 Jahre gewesen. Er war dort aber nicht mehr glücklich mit seinem Arbeitsbereich und machte eine einsemestrige Zusatzausbildung am WIFI für ein Gebiet, das ihn sehr interessierte.
Dieses halbe Jahr war für uns als Familie sehr intensiv, denn er war jeden Abend am WIFI, ich war auch öfter abends auf der Akademie, aber irgendwie haben wir es (mit viel Verständnis unserer Kinder) überstanden. Anschließend begann er, die Wochenendausgaben von Zeitungen zu studieren. Dann war da (nach ca. drei Wochen Suche) ein Inserat mit einem scheinbar für ihn maßgeschneidertem Jobangebot. Er schickte eine Bewerbung los. Einige Tage später war ein Brief im Postkasten - von lieben Freunden. Sie hatten genau dieselbe Annonce gesehen, ausgeschnitten und dazugeschrieben: Wär das nicht etwas für Felix?
Als seine jetzige Firma großes Interesse zeigte, wurde ihm dann doch etwas schwummrig ... Immerhin bedeutete Kündigung seinerseits Verzicht auf Abfertigung, auch Unsicherheit, ob es in der neuen Firma dann auch wirklich viel besser wird usw.
Wir haben das alles auch im Gebet begleitet. Als dann die Entscheidung gefallen war, war Felix richtig erleichtert. Trotzdem war der Neubeginn auch eine Herausforderung. Der neue Job brachte nicht wirklich eine finanzielle Verbesserung, die Arbeitsintensität ist auch nicht wesentlich anders, jedoch seine Arbeitstätigkeit entspricht nun mehr seinen Begabungen und Interessen.
Felix meint, das eigentliche Problem ist, die Sicherheit in dem, was man hat, zu verlassen. Man tröstet sich meistens, indem man sagt: "Woanders ist es auch nicht besser." Da braucht man meist schon einen großen Leidensdruck, um zu sagen: Ich schau mich mal um etwas anderes um (wobei das ja auch firmenintern sein kann).
Ein wesentlicher Faktor ist auch das Lebensalter - denn ab 45 wird es schon ein bisschen schwierig mit den Jobs.
Für Felix war eine wichtige Frage die Berufungsfrage; zu fragen, möchte ich das beruflich machen?
Wichtig ist, nicht blauäugig in einen neuen Job zu gehen, um nicht nach einem halben Jahr oder Jahr enttäuscht zu sein. Da sind zu überlegen: Fahrtzeit, Finanzielles, Führungsverantwortung oder keine Führungsposition.
Wenn man sich für etwas anderes interessiert, muss man sich einmal bewusst werden, welche Stärken habe ich, was kann ich gut? Das kann ich noch verbessern, veredeln und genau das stärkt auch mein Selbstbewusstsein. Dieses Arbeiten an sich selbst kann aber natürlich auch in der "alten" Firma eine Verbesserung bewirken.
Zusammenfassend:
1. Frage: Was kann ich gut, was sind meine Begabungen? (Hobbies,...)
2. Frage: In welchen Bereichen könnte ich das einbringen? Welche Möglichkeiten habe ich?
3. Frage: Möglichkeit einer zusätzlichen Ausbildung? Was investiere ich, um dorthin zu kommen?
4. Frage: Was gibt es am Arbeitsmarkt? Oder gibt es in der eigenen Firma Möglichkeiten der Weiterentwicklung?
5. Sondieren, Abwägen, mit dem Partner besprechen, im Gebet begleiten (z.B. Novene zum Hl. Josef) entscheiden, überschlafen und nochmals überprüfen.
Das wärs mal fürs erste. Habens gemeinsam geschrieben. Wir hoffen, dass es irgendwie weiterhilft, wenn wir auch die Frage nicht genau wissen.
von Michael Lemmé (Forumbeitrag)
Bis zu meinem 46. Lebensjahr war ich Techniker in verschiedenen leitenden Positionen.
Bei Schoenstatt haben wir gelernt, trotz hoher Arbeitszeit ausreichend Zeit für die Familie zu organisieren – aber das ist ein eigenes Kapitel.
Als ich dann mit 46 Jahren arbeitslos wurde und so die Chance hatte mich neu zu orientieren, stieg in mir der Wunsch auf, etwas zu tun, was mit Beratung zu tun hat. Ich wollte direkt mit Menschen zu tun haben. Naheliegend war aufgrund meiner Ausbildung technischer Berater.
Ich besuchte einen Kurs für Sicherheitstechnik (30.000,- Schilling). Noch während des Kurses wurde ich von einem AWD Finanzberater angerufen, ob ich nicht bei ihm arbeiten möchte. Einer meiner Bekannten hatte ihn auf mich aufmerksam gemacht. Finanzbranche? - Nein danke! - Ich wollte nicht .
Nach dem Kurs fand ich nicht gleich eine Anstellung und schrieb viele Bewerbungen. Unter anderem war da auch ein sehr farbloses Inserat, trotzdem antwortete ich. Bald meldete sich der Inserent: es war derselbe AWD Finanzberater, mit dem ich schon telefoniert hatte.
Meine Überlegung: Jetzt schickt dir der liebe Gott diesen Finanzberater schon zum 2. Mal vorbei, dann schau und hör es dir doch einmal an – ich hab doch einmal was gehört vom „Gesetz der geöffneten Tür“ (Pater Kentenich).
Zu meinem Erstaunen war das genau das, was ich gesucht hatte.
Obwohl mir viele Bekannte davon abgeraten haben (Du bist nicht dafür geeignet....), habe ich mich aufgrund der Gespräche mit meiner Frau und vieler, vieler Gebete dafür entschieden, diesen völlig neuen Weg zu gehen.
Heute bin ich sehr zufrieden mit dieser Entscheidung: Ich habe Freude an meinem Beruf, meine Frau kennt und unterstützt meine Arbeit. Ich bin selbstständig und die freie Zeiteinteilung gibt mir die Möglichkeit, mir untertags Zeit für meine Kinder zu nehmen. Auch für unser Hobby Schönstatt Familienbewegung ist das sehr praktisch.
Ich habe in meiner Arbeitslosigkeit sehr viel gelernt über Neuorientierung, Beziehungsnetz knüpfen, Bewerbungen schreiben und Bewerbungsgespräche führen. Wer immer mein Wissen anzapfen will, kann sich gerne bei mir melden - 0699/11 44 74 55.